[Die Goldenen Regeln der Systemadministratoren]
Berufserfahrung im Kompaktlehrgang. Einsendungen an dyfa@klickibunti.orgLetzte Ergänzung: 19.03.2006
- Präambel: Ich soll Sie schön von Murphy grüssen!
- Die Eingabe des richtigen Passwortes erleichtert das Einloggen.
- Es hilft beim ./configure den Namen des gewünschten Moduls richtig zu schreiben.
- Eine korrekt konfigurierte Firewall macht Verbindungen möglich.
- Eine unkonfigurierte Firewall macht konkret krasse Verbindungen möglich.
- Eine fehlerhaft konfigurierte Firewall macht, dass du zum Server hinfahren musst. ;)
- Firewallscripte sollte man testen bevor man sie in den Bootscripten aktiviert. (Vor allem wenn der Rechner 500km entfernt steht.)
- Und bevor man sie testet sollte man sicherstellen, dass der SSH-Zugriff nicht blockiert wird. (Vor allem wenn der Rechner...)
- Tritt ein Problem nach dem Neustart wieder auf, nützt auch mehrfaches Rebooten nichts.
- Die momentanen Einstellungen einer Software stehen in der config, nicht im Handbuch.
- "make test" macht Sinn.
- Ein Reboot mit einem neuen Kernel, der die als Modul geladenen Netzwerkinterfaces neu 'ordnet' mag ebenfalls für angeschwollene Füsse sorgen .
- Beim Neubau eines Kernels sollte man die SCSI-Sachen nicht vergessen, vor allem wenn man Kunde ist und 500km vom Server wegwohnt.
- Als Kunde sollte man vermeiden, verwegene Kernelbau-Experimente am Wochenende durchzuführen, wenn man sich nicht 100% sicher ist, was man tut und 500km vom Server wegwohnt.
- Höre auf den Admin, wenn er dich davor warnt. (Auch wenn du sonst nie auf den Admin hörst)
- Es ist dumm, ohne Not immer den neusten Kernel installieren zu müssen.
- Du solltest dir sicher sein, dass dein sshd nach einem Update wieder hochkommt. Vor allem, wenn der Rechner 500km weit entfernt steht.
- Lese vorher die Manpage, wenn Du remote auf einem XFS-Rootfilesystem Quotas einführst.
- Du solltest wissen, was mit "Nimm die Defaulteinstellungen!" gemeint ist, wenn dich dein Ausbilder vor dem make install drauf hinweist.
- Es ist keine gute Idee, deinen Ausbilder sieben Mal zu fragen, wie man Programme ausführt, die nicht in $PATH stehen.
- Es ist eine gute Idee, die Serial Number zu erhöhen, wenn du Änderungen an einer Zone machst.
- Vergiss dem . am Ende des MX-Eintrags nicht
- Vergiss die Priority im MX-Eintrag nicht.
- Es ist eine dumme Idee, signifikante Änderungen am System Freitags kurz vor Feierabend zu machen, ausser du willst dein Wochenende im Büro verbringen.
- Sage nie "Ich mache mal eben ein Update". Es gibt kein "eben".
- Verwende bei Zeitschätzungen immer den Faktor 4.
- Es ist Schwachsinn, einen Mailserver über Nagios zu monitoren, wenn dieser auch die Mails von Nagios verarbeitet.
- Wer überwacht die Überwacher?
- Man will nachts nicht von einem durchdrehenden Monitoringsystem geweckt werden.
- Eigentlich will man gar kein Monitoring. Die User rufen schon an, wenn was nicht funktioniert.
- Wenn du vor dem docheckgroups den INN nicht throttlest, wirst du erleben, was an Load tatsächlich möglich ist.
- Wenn du dir nach einem Crash alte Artikel 'nachfeeden' lässt, solltest du sicherstellen, dass deine Newskiste sie nicht wegen 'zu alt' ablehnt.
- Wenn du lustig zusammengeschnorrtes RAM einbaust, kriegst du lustig zusammengeschnorrte Fehler, weil kaum jemand noch brauchbares RAM verschenkt.
- Es ist keine gute Idee, ein Produktivsystem aus 'Leichenteilen' zusammenzuschrauben, vor allem wenn du später 500km entfernt wohnst und ausserdem planst, lustig zusammengeschnorrtes RAM zu verbauen.
- Eine solche Frankenstein-Kiste wird im Testbetrieb klaglos laufen und erst dann crashen, wenn du dich 500km weit weg befindest.
- Du kannst den Annäherungssensor nicht abschalten.
- Kaum macht man es richtig ...dann funktioniert es plötzlich.
- Es hilft, der englischen Sprache soweit mächtig zu sein, dass du Doku lesen und verstehen kannst. Du musst dich nicht mit der Doku unterhalten.
- Tastaturen mögen weder Tee noch Kaffee und auch kein Wasser und erst recht keine Limo. Und kein Bier.
- Wenn du komplette Mahlzeiten in deiner Tastatur aufbewahrst, ist sie manchmal etwas schwergängig.
- Was hilft einem Gigabit-Ethernet, wenn man auf dem Schlauch steht?
- Auto-Negotiation ist böse. Wenn es funktioniert, ist das nur ein temporärer Zustand.
- Wenn von Full-Duplex die Rede ist, geht es nicht um eine Doppelgarage.
- Die von dir für richtig cool gehaltene Tastatur gibt es nicht in dem von dir bevorzugten Länderlayout.
- Dein bevorzugtes Länderlayout wird nur auf Tastaturen in Hornhaut-Umbra angeboten.
- Software, die du seit Jahren schmerzfrei verwendest, überrascht dich plötzlich mit lustigen Fehlermeldungen, deren ergoogelte Ursachen ebenso vielschichtig wie seltsam bzw. unwahrscheinlich sind.
- Ein selbstangesetztes nächtliches Wartungsfenster zu verschlafen ist ganz schön doof.
- Es ist nicht ratsam nach 22:00 Uhr oder in angetrunkenem Zustand kritische Änderungen auf einem System vorzunehmen.
- Besoffen programmiert es sich bekanntlich am besten - die Fehlersuche danach macht weniger Spass. Also lass es!
- Es ist hilfreich Programme mit wenigstens einem Lauf zu testen, bevor man sie eincheckt und in den Produktivbetrieb uebernimmt.
- Dies gilt vor allem dann wenn du mit dem Programm eine grosse Menge E-Mail (zB Rechnungen) verschicken willst.
- Nichts hält länger als ein Provisorium.
- Es hilft, das richtige Configfile zu editieren, wenn du willst, dass deine Änderungen wirksam werden.
- Es ist einfacher, das richtige Configfile zu finden, wenn du nicht 13628 Testinstallationen von $SOFTWARE auf der Platte liegen hast.
- Du solltest wissen, wie du rauskriegst, welche der 13628 Testinstallationen gerade im Produktivbetrieb ist.
- Beim Administrieren von (vernetzten) Rechnern sind geeignete Sehhilfen zu tragen.
- Wenn die Daten gesichert sind, darfst du sie löschen. Nicht vorher. Backup geht nur, wenn die Daten auch vorhanden sind.
- Es pingt sich wesentlich besser, wenn der Rechner auch an einen Switch angeschlossen ist.
- DNS-Auflösung klappt viel besser, wenn das betreffende System auch im DNS eingetragen ist.
- Unerklärliche Verbindungsprobleme nehmen durch das Deaktivieren von ECN (Explicit Congestion Notification) rapide ab.
- Vor dem Reboot sollte man sicherstellen, dass keine für die Systemerreichbarkeit relevanten Teile von /etc/rc.conf mit einem # dekoriert sind.
- Mach kein Systemupdate nebenbei, wenn du gerade noch 24 andere Dinge ebenfalls nebenher erledigst.
- Ohne Kernel bootet es sich so schlecht.
- Man sollte nicht aus übertriebener Sparsamkeit und Paranoia magersüchtige Kernel bauen, die die Ersatznetzwerkkarte eines anderen Herstellers erst nach einem Kernelneubau erkennen. (Vor allem nicht, wenn man 500km...)
- Das Druckergebnis wird signifikant lesbarer, wenn man vor dem Drucken den 'lpd' startet.
- Ohne 'lpd' reicht der Papiervorrat jedoch signifikant länger.
- Es ist immer Zeit, ein wenig über Solaris zu fluchen.
- Führe nie Änderungen im Besonders-Eilig-Mode durch, weil du dringend auf's Klo musst.
- Wenn Du acht Wochen lang dein Windows nicht benutzt hast, nimm Dir Zeit für den ersten Firefox-Aufruf.
- Wenn du ein Script per Cronjob aufrufst, ist es hilfreich, wenn sich das Script a.) am angegebenen Ort befindet und b.) auch ausführbar ist.
- Du willst den usb-Stick umounten, bevor Du ihn abziehst. Und Du willst ihn vorher als /dev/sda1 gemountet haben, nicht als /dev/sda.
- Azubi-Special: Wenn Du bei einer SUN den Schlüssel umdrehst, ist es sehr unwahrscheinlich, daß sich dadurch das CD-ROM-Laufwerk öffnet.
- Interne Server sind wesentlich besser erreichbar, wenn man den VPN-Client startet.
- Mit "ctlinnd graceful" werden Änderungen am Apache-Webserver in den seltensten Fällen wirksam.